Überspannungsschäden - unbedingt versichern


17. März 2014 - Auch wenn nach einem aktuellen Urteil der Netzbetreiber haftet, falls der Strom beim Kunden Schäden verursacht, ist eine Versicherung gegen Über- und Unterspannungsschäden ratsam. Dafür sprechen sowohl das Klima als auch die Tücken der Energiewende.

Wenn der Strom fehlerhaft beim Kunden ankommt und - infolge einer durch Leitungsschäden bedingten Überspannung - Elektrogeräte zerstört werden, haftet der Netzbetreiber. Die Haftung ist unabhängig vom Verschulden, entschied der Bundesgerichtshof (Urteil vom 25. Februar 2014, Az.: VI ZR 144/13). Auf diesen Fall wies der Rechtsschutzversicherer D.A.S. (www.das.de) hin. Dabei waren in einem Wohnhaus durch eine Überspannung im Stromnetz mehrere Elektrogeräte und die Heizung beschädigt worden. Ursache für die Überspannung waren defekte Erdungsleitungen. Der Hausbesitzer verklagte den Stromnetzbetreiber nach dem Produkthaftungsgesetz auf Schadenersatz. Die Richter des Bundesgerichtshofs (BGH) gaben ihm Recht. Denn die Überspannung sei ein Produktfehler. Der Schadenersatzanspruch war damit berechtigt. Der Hauseigentümer hatte aber eine Selbstbeteiligung in Höhe von 500 Euro nach Paragraf 11 des Produkthaftungsgesetzes zu tragen.

Gewitter werden häufiger
Der Fall weist auf die Bedeutung von Überspannungsschäden und deren Versicherung hin. Und zwar keinesfalls in der Weise, dass mit dem Urteil und der Schadenersatzpflicht des Stromlieferanten eine Versicherung gegen Überspannungsschäden überflüssig geworden ist. Ganz im Gegenteil. Denn erstens gehen die meisten Überspannungsschäden auf Blitzschlag zurück, für die Geschädigte den Stromlieferanten und Netzbetreiber nicht haftbar machen können. Mehr als 400.000 Blitz- und Überspannungsschäden registrieren die deutschen Versicherer im Jahr 2012 und zahlten dafür rund 330
Millionen Euro Schadenersatz. Die Statistik des GDV Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (www.gdv.de) belegt, dass Blitz- und Überspannung immer teurere Einzelschäden verursachen. Klimaexperten rechnen damit, dass die Zahl der Gewitter in Zukunft zunehmen wird. Damit steigt auch die Gefahr von Überspannungsschäden im Netz.

Die Gefahr von Über- und Unterspannungsschäden wächst
Über- und Unterspannungsschäden werden Experten zufolge in den kommenden Jahren an Bedeutung zunehmen. Schuld daran ist die regenerative Energieerzeugung, vor allem durch Windkraft und Solaranlagen. Weil diese Strom unabhängig vom Bedarf erzeugen, kommt es zeitweise zu einem Über- oder Unterangebot. Je mehr Atom- und Kohlekraftwerke, die die Grundlastversorgung garantieren und als Puffer fungieren, zugunsten von regenerativen Energieanlagen vom Netz gehen, umso mehr sinkt die Versorgungssicherheit. Über- und Unterspannungsschäden - und vor allem die gerichtlichen Auseinandersetzungen darüber, wer für die Schäden aufkommen muss - dürften deshalb im Zuge der "Energiewende" zunehmen. Wer dieses Risiko
sowie Selbstbeteiligungen nach dem Produkthaftungsgesetz vermeiden will, sichert Über- und Unterspannungsrisiken in der Hausrat- beziehungsweise Wohngebäudeversicherung besser ab.

Die Illusion vom versicherten Blitzschlagschaden
Überspannungsschäden sind in der Wohngebäude- und Hausratversicherung versicherbar. Allerdings nicht automatisch, sondern gegen Einschluss. Vor allem ältere Verträge enthalten diese Einschlüsse nicht und es gibt noch viele Versicherte, die der Meinung sind, dass das versicherte Risiko "Blitzschlag" in der Hausratversicherung automatisch eine Versicherung der elektrischen Geräte gegen durch Blitzschlag bedingte Überspannung sei. Dies ist nicht der Fall, denn die Versicherung zahlt nur, wenn das beschädigte Gerät direkten Blitzeinwirkungen ausgesetzt gewesen ist, nicht aber
indirekten durch Überspannung. Erst beim Einschluss von Über- und Unterspannung sind die Geräte gegen diese Risiken versichert.

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