Kampf den Automobilrückrufen - 2014 wird Rekordjahr in Sachen Rückrufe


General Motors, Toyota, Volkswagen und Co rufen mittlerweile mehr als viermal so viele Autos zurück als sie produzieren. Die Ursachen sind vielschichtig. Experten sehen großes Potenzial für die Fehlervermeidung in präventiven Systemen.

Lean-Management, Qualitätskontrollen und steigende Automation: Trotz immer höherer Standards nehmen die Rückrufe in der Automobilindustrie ständig zu. Nach der jüngsten Studie des Center of Automotive Management (CAM) in Bergisch Gladbach ist die Rückrufquote am amerikanischen Markt im ersten Halbjahr auf 455 Prozent gestiegen - das höchste Niveau seit Beginn der CAM-Berechnungen im Jahr 2005. Es spricht vieles dafür, dass 2014 ein weiteres Rekordjahr in Sachen Rückrufe wird.

Kunde erfährt oft nichts über Rückrufaktionen
Und dabei werden sehr viele der auftretenden Probleme bereits außerhalb der Öffentlichkeit gelöst. Oft erfährt der Kunde gar nichts von der Rückrufaktion, weil nicht einmal ein Anschreiben erfolgt, sondern die Mängel beim nächsten Werkstattbesuch einfach behoben und diese Arbeiten auf der Rechnung nicht angegeben werden. Ob öffentlicher Rückruf oder stiller: Es bleibt die Frage nach den Ursachen der zunehmenden Fehler. Das Risiko für Rückrufaktionen durch den zunehmenden Einsatz von Baukastensystemen steigt, bei dem gleiche Bauteile in verschiedenen Fahrzeugen verbaut werden. Bei immer mehr gleichen Bauteilen, höherer technischer Komplexität und schnelleren Entwicklungszyklen nimmt die Fehlergefahr zu.

Null Fehler sind praktisch nicht möglich
Null Fehler sind faktisch nicht möglich. Ein Auto, dass aus rund 6 000 Einzelteilen bestehe, werde von den OEMs nicht komplett selbst hergestellt. Deshalb wird auf Zulieferer zurückgegriffen, die zu möglichst geringen Kosten Teile liefern. Und natürlich wollen die Zulieferer eine hohe Qualität abliefern, da sie ja sonst Kunden verlieren würden. Aber es ist auch so, dass Fehler trotz millionenfacher Prüfung vielleicht erst nach mehreren Jahren auftreten. Man hätte sie - möglicherweise - durch eine Langzeit- studie vor dem Einbau entdecken können. Aber angesichts der immer schnelleren Produktzyklen sind solche Studien gar nicht möglich. Die absolute Zahl der Rückrufe wird nach Einschätzung der Produktion daher mit der Zahl der produzierten Autos weiter zunehmen.

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